Doppeltes Comeback

Beim Start in die Rückrunde gewinnen die Chemnitzerinnen das Spiel gegen den BC Pharmaserv Marburg mit 72 zu 65 nach Comeback und das in doppelter Hinsicht. Einige Zuschauer fragten sich verwundert, warum Coach Amanda Davidson gemeinsam mit ihrem Team bei der Erwärmung durch die Halle sprintete. Der Grund waren nicht die frostigen Außentemperaturen in Chemnitz, sondern vielmehr andere besondere Umstände, die eine besondere Maßnahme erforderten.

Zunächst verletzte sich Maegan Conwright am Dienstag am Handgelenk - Trainingspause, Einsatz im Spiel ungewiss. Als im Mittwochstraining dann auch noch Valerie McQuade umknickte und definitiv nicht auflaufen konnte, musste eine Lösung her. Kurzer Hand wurde für Amanda Davidson der Spielerpass beantragt. Die Spielberechtigung lag glücklicherweise pünktlich vor Spielbeginn vor. Was die 33-Jährige dann zunächst von der Bank aus auf dem Spielfeld sehen musste, stimmte nicht sehr zuversichtlich. Zwei zu 15 stand es bei noch gut zweieinhalb Minuten auf der Uhr. Dann war es soweit und Toni Dirlic wechselte die US-Amerikanerin ein, Comeback nach zwei Jahren als Trainerin. Die Katzen hatten direkt mehr Sicherheit im Spiel und starteten Comeback Nummer zwei. Die Aufholjagd begann mit einem 8:2-Lauf zum Viertelende, der Blick beim 10 zu 17 auf die Anzeigetafel schon wieder etwas erträglicher. Der Trend sollte sich auch im zweiten Viertel weiter fortsetzen. Die Gastgeberinnen knabberten am Rückstand und glichen das Spiel aus, dennoch schaffte es das Team von Patrick Unger, das bei der Anreise mit einer Vollsperrung auf der A4 zu kämpfen hatte, mit einer kleinen Führung in die Pause zu gehen. Beim Stand von 29 zu 32 wurden die Seiten gewechselt, das Spiel also fast wieder ausgeglichen. Wie sollten die Cats diese Mal ins dritte Viertel starten? Bei den vergangenen Spielen war dieses Viertel oftmals spielentscheidend, da sich die Sächsinnen da hin und wieder einen großen Rückstand einhandelten. Auch in diesem Spiel sollten die dritten zehn Minuten entscheidend sein, diesmal allerdings zum Vorteil der Katzen. Mit einer starken Verteidigung, deutlich weniger Fehlern, den acht Ballverlusten aus dem ersten Viertel folgten lediglich sechs weitere bis zum Spielende, und guten Abschlüssen im Angriff drehte das Team von Toni Dirlic mit dem 24 zu 15-Viertelergebnis die Partie. Dennoch ging bereits zu Viertelmitte der Bange Blick zur Anzeigetafel. Bei Merritt Hempe leuchteten bereits vier Fouls auf. Die Centerspielerin schaffte es dennoch bis Spielende auf dem Feld zu bleiben und hatte mit ihren 28 Punkten und 12 Rebounds einen großen Anteil am Sieg. Im letzten Spielabschnitt vergrößerten die ChemCats den Vorsprung bis in den zweistelligen Bereich. Zwar konnten die Lahnstädterinnen den Rückstand etwas verkürzen, am Ende sicherten sich aber die Einheimischen den überraschenden, aber verdienten Sieg dank einer starken Mannschaftsleistung. Neben Merrit Hempe trugen sich auch Maegan Conwright mit 18 Punkten und Margot Vidal-Genéve mit 14 Punkten in die Scorerliste ein. Eine zweistellige Punkteausbeute verpasste Lucile Peroche ganz knapp. Die 18-Jährige kam auf starke neun Punkte und netzte dabei zwei freche Dreier ein.
Für die Cats geht es erst am 14. Januar weiter. Dann steht das Derby bei den Halle Lions an.

ChemCats - Marburg 72:65 (29:32)
Hempe (28), Davidson (0), Gröning, Vidal-Genéve (14), Bozikov (3), Borchers, Peroche (9), Conwright (18), Böhmke (0).

  • 01.09.2017 17:30 Uhr Karlovy Vary
    • 08.10.2017 16:00 Uhr Keltern

rlslsb