Sieg zum Abschied

Bei den ChemCats gibt es nach dem Spiel gegen den Herner TC ein lachendes, leider aber auch ein weinendes Auge. Aber der Reihe nach.
Die Aufgabe des restlichen Hinrundenprogramms war den Cats bekannt und mit den Top4-Teams Herne, Saarlouis und Wasserburg keine leichte. Umso erfreulicher und für den einen oder anderen vielleicht auch etwas überraschend, dass das Team von Amanda Davidson nach einer wahren Achterbahnfahrt einen 78 zu 72-Sieg einfahren konnte. Die ersten Spielminuten gehörten den ChemCats und eine kleine Führung leuchtete zunächst auf der Anzeigetafel der Chemnitzer Schloßteichhalle. Allerdings fand das Team von Marek Piotrowski, welches ohne ihre bisherige Topscorerin Sonja Greinacher antreten musste, besser ins Spiel und nutzte die Ballverluste der Katzen besser als anders herum. Die Gastgeberinnen liefen somit nach den ersten zehn Minuten einem Fünfpunkterückstand hinterher. Dieser sollte sich im Verlauf des zweiten Viertels sogar noch etwas mehr als verdoppeln. Die Nordrhein-Westfalen zeigten sich insbesondere aus der Ferne mit vier Treffern bei sieben Versuchen äußerst treffsicher, wohingegen die Cats gerade einmal einen Treffer aus dem Dreipunktebereich erzielen konnten. Das Resultat war ein 31 zu 42 zur Halbzeit. Was auch immer Trainerin Amanda Davidson ihrem Team in der Kabinenansprache mit auf den Weg gegeben hat, es zeigte Wirkung. Mit einem starken 10 zu 0 Lauf starteten die Sächsinnen in den dritten Spielabschnitt, das Spiel somit fast wieder ausgeglichen. Bei einem blieben die Einheimischen allerdings konstant - bei der miserablen Trefferquote von jenseits des Perimeters. Eins von neun hieß es nach 30 gespielten Minuten. Auf der Anzeigetafel hieß es vor dem Beginn der alles entscheidenden letzten zehn Minuten minus eins; 51 zu 52.
Die Achterbahnfahrt in der Schlossi ging weiter. Die Gäste schafften es über längere Zeit immer einen kleinen Vorsprung zu behaupten, teilweise bis zu sechs Punkte. Die Aufbruchsstimmung in der Halle war spürbar, aber noch glaubte wohl keiner so wirklich an einen Erfolg. Die Spielzeit tickte weiter runter und der Rückstand schmolz beim 69 zu 72 auf nur noch drei Punkte. Als sich Maegan Conwright unter den Augen ihrer Mutter und Schwester, trotz bekannt miserabler Teamdreierquote (1 von 11 bis dahin), ein Herz nahm und den zweiten Dreier der Cats versenkte, stand die Halle Kopf. 72 zu 72, Ausgleich! Die Gäste schafften in den verbleibenden Spielminuten beziehungsweise Sekunden keinen weiteren Korberfolg, während die ChemCats noch sechs Punkte zum 78 zu 72-Erfolg nachlegen konnten. Ein ganz wichtiger Erfolg, allerdings auch einer zum Abschied. Kaitlin Kuklok hat nach ihrem Haarriss im Knöchel darum gebeten, die Verletzung in ihrer Heimat auszukurieren. Die ChemCats wünschen gute und schnelle Genesung und hoffen, dass die Amerikanerin mit irischem Pass nach der Weihnachtspause nach Chemnitz zurückkehrt! Apropos Pause. Nächstes Wochenende ist aufgrund der Länderspielpause für die 1. Planet Photo DBBL spielfrei und gibt dem Team von Amanda Davidson die Zeit kleine und größere Blessuren auszukurieren. Auch Merritt Hempe, die im heutigen Spiel als Topscorerin 26 Punkte erzielte, muss sich einer OP unterziehen. Teamarzt Dr. Rüdiger Schulz wird am Montag einen kleinen Eingriff am Knie vornehmen und so hoffentlich dafür sorgen, dass die Centerspielerin in Zukunft schmerzfrei auflaufen kann.

ChemCats - Herner TC 78:72 (31:42)
Hempe (26), Gröning (dnp), Vidal-Genéve (16), Mossong (4), Borchers (dnp), Peroche (4), Conwright  (23), Böhmke (1), McQuade (4).

  • 01.09.2017 17:30 Uhr Karlovy Vary
    • 08.10.2017 16:00 Uhr Keltern

rlslsb